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Verschiedene Gartengeräte auf einem Tisch

Gartentipp Monat März 2025

März 2025

KrokusimGarten

(Quelle: AdobeStock_azzzya)

Anprallschutz ist täglicher Vogelschutz

Jetzt ist Brutsaison und aus diesem Grund sind Vögel auf der Suche nach Nistplätzen besonders aktiv. Die größte Gefahr für Vögel im Siedlungsgebiet sind, neben freilaufenden Katzen, Fenster und spiegelnde Oberflächen. Jährlich sterben allein in Österreich hunderttausende Vögel durch Kollision mit Glasflächen. Glas ist leider gleich zweifach tückisch, denn einerseits ist es ein unsichtbares Hindernis und zusätzlich spiegelt sich darin die natürliche Umgebung, wodurch die Tiere die Gefahr nicht oder viel zu spät erkennen. Natürlich versuchen Vogelliebhaberinnen und -liebhaber die Situation zu entschärfen oder zu verbessern und an einigen Fenstern sind schwarze Greifvogelaufkleber oder „UV-Markierung“ sichtbar aber diese sind, wie Studien belegen, leider wirkungslos. Mit den richtigen Maßnahmen kann die unsichtbare Gefahr für unsere Gartenvögel jedoch mit wenig Aufwand wirksam entschärft werden. Bringen Sie qualitativ hochwertige Klebefolien oder -bänder außenseitig an der Fläche an. Am wirksamsten sind vertikale Linien (mind. 5 mm breit, Abstand maximal 10 cm) oder horizontale Linien (mind. 3 mm breit, Abstand maximal 5 cm). Wichtig ist immer ein guter Kontrast zum Hintergrund, Grün- und Blautöne sind deshalb nicht geeignet. Solche Folien können dekorativ zum Einsatz kommen und mindern den Lichteinfall kaum. Auch Kordelvorhänge oder Schnüre die mit Saugnäpfen oder Ösen (mit dem oben erwähnten Abstandsempfehlungen) vor das Fenster gespannt werden, beziehungsweise ebenso Insektenschutzgitter oder Jalousien an der Fensteraußenseite angebracht, sind wirksame Möglichkeiten. Freie Flächen zwischen den Elementen zur Sichtbarmachung sollen nicht größer als eine Handfläche (5 mal 10 cm) sein. Kleine Vögel versuchen sonst durch solche „Schlupflöcher“ zu fliegen. Bei Neuinstallationen können von Haus aus mattierte, milchige, geätzte oder sandgestrahlte Glaselemente in Betracht gezogen werden.

 

Frühlingserwachen – manche „schlafen“ lieber länger

Der Frühling erwacht, uns Gärtnerinnen und Gärtner zieht es in den Garten. Wann werden nun die stehengelassenen Stängel von Himbeere, Königskerze, Distel oder Brombeere geschnitten? Ihre Bedeutung als Winterquartier haben die vertrockneten Stauden noch lange nicht verloren! Wildbienen, Wollbienen, Mauerbienen, Schmetterlinge wie Zitronenfalter und kleiner Fuchs, Käfer und Co haben noch Quartier bezogen. Nicht alle haben den gleichen Rhythmus - je nach Witterung krabbeln zwar einige wie der Zitronenfalter schon Ende Februar aus ihren Verstecken. Die meisten aber erst Ende März/Anfang April. So einige Schmetterlinge lassen sich bis Anfang Mai Zeit. Manche Nachzügler kommen sogar erst im Juni aus ihren Quartieren. Schneiden wir die Stauden zu früh, stören wir die Winterruhe der Insekten massiv. Wollen Sie nicht so lange warten bis alle Wintergäste ausgezogen sind, stellen oder binden Sie die Stängel der geschnittenen Stauden aufrecht(!) an einen Platz mit ähnlichen Standortbedingungen (Licht/Feuchtigkeit). Gerade zu viel Nässe kann ein Problem für die Bewohner werden. Es werden nicht nur allerlei Stauden, sondern auch Mulchschichten, Laubhaufen, trockene Erdhügel, Totholzhaufen, kalte trockene Schuppen, Baumrinden und Gehölze zum Überwintern genutzt. Lassen Sie sich also mit gutem Gewissen Zeit beim „Frühlingsputz“ im Garten.

 

Erste Nahrung für Insekten - Jedes Kätzchen zählt

Salweiden mit ihren blühenden Palmkätzchen gehören zu den ersten und wichtigsten Nahrungsquellen im Frühjahr. Das Pioniergehölz hat eine große ökologische Bedeutung, denn die Pflanzen blühen nicht nur sehr früh, sondern auch sehr reichhaltig. Salix caprea ist pollen- und nektarreich. Hummeln, Wildbienen und hier überwinternde Schmetterlinge wie Zitronenfalter oder kleiner Fuchs benötigen diese Nahrungspflanzen zu dieser Jahreszeit dringend. Nach dem Winter sind die Tiere geschwächt und brauchen Futter. Greifen Sie also lieber zu Forsythien, um Ihre Wohnung zu schmücken! Da diese weder Nektar noch Pollen produzieren, haben die gelben Frühblüher für unsere Insektenwelt ohnehin nichts zu bieten. Auch unsere Honigbienen sind auf die reiche Blüte der Salweiden angewiesen. Sogar Vogelarten wie Zilpzalp oder manche Meisen bedienen sich gerne am nahrhaften Nektar. Haben Sie noch Platz in Ihrem Naturgarten, Pflanzen Sie am besten Sträucher die möglichst weit über das Jahr verteilt blühen. Hummeln, Falter und Co werden es Ihnen danken. Frühblüher wie Schlüsselblume, Kornelkirsche und Schlehe bieten ebenfalls Nahrung in den noch kalten Frühlingstagen!

 

Die Boten des Frühlings erwachen

Um den Frühjahrsblühern, wie Narzissen, Tulpen und Hyazinthen, den Weg ans Licht zu erleichtern, kann die dicke Mulchschicht entfernt werden. Im Winter hat diese Schicht den Boden vor der Kälte geschützt, aber damit sich der Boden schneller erwärmen kann, ist es vorteilhaft, sie zu entfernen, bevor die Pflanzen austreiben. Oft ist die Mulchschicht durch den Schnee und die viele Feuchtigkeit so zusammengedrückt, dass der Sauerstoffaustausch im Boden nicht mehr ausreichend stattfinden kann und das Erdreich sich auch nicht so schnell erwärmt.

Bei den Rosen, vor allem bei Edel- und Beet-Rosen, ist es hingegen besser die Mulchschicht noch zu lassen, um ein zu frühes Austreiben zu verhindern. Dadurch können Schäden durch Spätfrost verhindert werden.

Auch im Gemüsegarten kann der Mulch noch liegen bleiben, da die meisten Kulturen erst im April und Mai in den Boden kommen. Dort, wo schon bald Radieschen, Salat und Knoblauch wachsen sollen, ist es empfehlenswert den Mulch zu kompostieren und reifen Kompost oberflächlich einzuarbeiten.

 

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