Gartentipps
Unsere Gartentipps sind passend zur Jahreszeit abgestimmt und geben Ihnen Informationen rund um das Thema "Garteln".
Februar 2026
(Quelle: LandOOE_Anzengruber)
Insektennahrung – gefüllte oder ungefüllte Blüten?
Viele der klassischen Balkon - und Gartenpflanzen wie Dahlien, Geranien, Pfingst- und Zuchtrosen haben meist gefüllte Blüten. Diese gefüllten Blüten sind zwar sehr schön anzusehen, bieten aber leider keine Nahrung für Insekten. Auf der Suche nach der üppigsten Blütenpracht haben viel Zuchtformen ihren Wert als Nahrungspflanze eingebüßt. Die Staubblätter (=Staubgefäße) welche die männlichen Pollen tragen, und die weiblichen Fruchtblätter (= Nektardrüsen) welche den Nektar produzieren, sind für Insekten normalerweise leicht zugänglich. Bei gefüllten Blüten aber, sind die Staubblätter und oft auch die Fruchtblätter verkümmert oder werden gänzlich in weitere prächtige Blütenblätter (= Kronblätter) umgewandelt. Diese Blüten erscheinen dadurch sehr üppig. Selbst wenn noch
Nektar oder Pollen vorhanden ist, erschweren die dicht verschachtelten Blütenblätter den Zugang für Insekten bzw. machen ihn unmöglich. Ungefüllte Blüten hingegen haben gut erreichbare Staubgefäße, die Blütenblätter sind nur rund um die gut sichtbaren Staubblätter angeordnet. Pflanzen mit ungefüllten Blüten sind nicht nur insektenfreundlich, sondern meist auch robuster da sie nicht so überzüchtet sind. Achten Sie beim Kauf darauf, möglichst viele ungefüllte Blüten in ihren Garten zu holen. Sogar Dahlien und Pfingstrosen gibt es mit ungefüllten Blüten zu erstehen. Für Bienen, Schmetterling und Co. macht das einen lebenswichtigen Unterschied.
Salzverträgliche Hecken
Hecken entlang von Straßen oder Gehwegen, auf denen im Winter Streusalz (Natriumchlorid) verwendet wird, leiden oft sehr. Das Salz beeinträchtigt die Wasseraufnahmefähigkeit der Pflanzen, sie vertrocknen, auch wenn ausreichend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist. Die Pflanzen sind generell geschwächt und dadurch anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Wir empfehlen daher, wenn möglich, den Umstieg auf Alternativen wie Streusplitt, Sand oder Kies. Dort, wo Streusalzeinsatz unumgänglich ist, ist eine sorgfältige Pflanzenauswahl wichtig. Bei Neupflanzungen achten Sie auf die Salzverträglichkeit der Pflanzen. Es gibt Arten, die mit dem Salzeintrag besser umgehen können als andere, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt sind dennoch gegeben. Es leidet nicht nur die Vegetation. Die Bodenstruktur verschlechtert sich, es kommt schneller zu Verschlämmungen und Verdichtungen. Wir „versalzen“ nicht nur die Böden, sondern auch unser Trinkwasser. Zu den Heckenpflanzen mit einer gewissen Salztoleranz zählen heimische Pflanzen wie Liguster, Gewöhnlicher und Wolliger Schneeball und die aus Asien stammende essbare Ölweide.
Rückschnitt Ziergräser
Wenn sich der Winter langsam verabschiedet und die Temperaturen wieder steigen, beginnt im naturnahen Garten eine wichtige Übergangszeit. Nun ist der richtige Moment, die langen Halme von Ziergräsern wie Chinaschilf, Lampenputzergras, Sandrohr oder anderen Arten zurückzuschneiden. Der Rückschnitt erfolgt idealerweise erst dann, wenn keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind. Die Halme werden etwa 10 bis 20 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten, damit die Pflanzen ungehindert austreiben können. Das anfallende Schnittgut sollte nicht entsorgt werden. Grob zerkleinert kann es auf den Kompost gegeben werden und dort wertvollen Humus liefern. Noch besser eignet es sich jedoch als Mulchmaterial für Stauden- und Gehölzbeete. Als Mulch schützt es den Boden vor Austrocknung, fördert das Bodenleben und schließt Nährstoffe im natürlichen Kreislauf. Empfehlenswert ist hier jedoch eine Zugabe von Hornspäne (ca. eine Handvoll/m²), um den Stickstoffentzug im Boden durch die Verrottung auszugleichen. Gleichzeitig haben darin überwinternde Insekten, Spinnen und andere Kleintiere die Möglichkeit, langsam und schonend aus ihrem Winterquartier auszuziehen. Liegt der Garten noch im tiefen Winterschlaf, ist keine Eile geboten. Der Rückschnitt sollte jedoch nicht zu lange hinausgezögert werden, da alte Halme sonst das junge Wachstum behindern. Ein achtsamer, zeitlich angepasster Rückschnitt unterstützt die Pflanzen und schont Nützlinge.
Saisonverlängerung ohne Glashaus
Um die Vegetationsperiode zu verlängern, ist meist die Anschaffung eines Glashauses notwendig oder das Vorziehen auf der Fensterbank. Es gibt aber auch eine weitere Möglichkeit, speziell wenn bereits Hochbeete im Garten oder am Balkon vorhanden sind. Mit Hilfe einer Abdeckung kann das Hochbeet rasch in ein Frühbeet mit Dach umgewandelt werden. Im Handel gibt es fertige Frühbeetaufsätze zu kaufen, diese können aber auch mit etwas handwerklichem Geschick selbst gebaut werden. Damit die Pflanzen genug Platz zum Wachsen haben, sollte genügend Abstand zwischen Erde und Hochbeetoberkante bleiben. Je nach gewünschter Kultur beträgt der Abstand ca. 20 cm. Unter Glas oder Folie profitieren die Pflanzen von einer warmen und feuchten Luft, diese Atmosphäre wirkt sich mit einem rascheren Wachstum günstig aus. Um Schimmelpilze oder Pilzkrankheiten vorzubeugen, sollte das Frühbeet am besten täglich gelüftet werden, aber über Nacht muss die Abdeckung unbedingt wieder geschlossen werden. Sobald die letzten Nachtfröste vorbei sind, kann der Aufsatz wieder entfernt werden und aus dem Frühbeet wird wieder ein normales Hochbeet. So kann deutlich zeitiger in Frühjahr und länger im Herbst frisches Gemüse gezogen und geerntet werden.
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